Lange warf das Reustener Turnier 2026 seine Schatten voraus – leider nur im sprichwörtlichen Sinne. Angesichts von Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke wäre mehr echter Schatten auf dem Kirchberg gut gewesen.
Nachdem das Teilnehmerfeld im Vorfeld bedauerlicherweise geschrumpft war, folgte am Samstagmorgen zunächst Ernüchterung: Lediglich die Mädchen der SG Dornstetten hatten bei den zu diesem Zeitpunkt noch akzeptablen Temperaturen den Weg nach Reusten gefunden. Die wJD der SG AmmerGäu stand somit faktisch schon im „Finale dahoim“, ohne auch nur einen Ball berührt zu haben. Doch wer die hochmotivierten AmmerGäu-Mädels kennt, wusste: Für nur ein einziges Spiel hatte man sich nicht vorbereitet. Kurzerhand wurde sportlich fair ein Finale mit Hin- und Rückspiel vereinbart.
Gegen die teils deutlich körperlich überlegenen Gäste aus dem nördlichen Schwarzwald setzten die AmmerGäu-Mädels auf ihre Stärken: Tempo und Spielintelligenz. Eine Taktik, die hervorragend aufging. Mit einer hochkonzentrierten Abwehrleistung eroberten die Gastgeberinnen immer wieder den Ball. Fanden die Gäste doch einmal eine Lücke, war der Ball zumeist sichere Beute der glänzend aufgelegten AmmerGäu-Torhüterinnen. Die Ballgewinne münzten die in Gelb aufspielenden Gastgeberinnen konsequent in schnelle Tore um und machten jegliche körperliche Nachteile im Nu vergessen. Auch nach der zwingend notwendigen Hydration-Break behielten die Hausherrinnen das Zepter fest in der Hand. Die SG AmmerGäu dominierte die erste Partie und sicherte sich hochverdient das „Hinspiel“.
Die wohlverdiente Pause stand im Anschluss ganz im Zeichen der Abkühlung. Cooling-Towels avancierten zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand, und die bereitgestellten Wasserkübel glichen Oasen. Fokussiert und wild entschlossen stimmte sich das Team taktisch ab – den Turniersieg wollte man sich jetzt definitiv nicht mehr nehmen lassen.
Für das zweite Spiel wurden die Seiten getauscht, sodass beide Teams zumindest einmal auf das etwas im Schatten liegende Tor angreifen durften. Am klaren Kräfteverhältnis auf dem Platz änderte dieser Wechsel indes trefflich wenig. Zwar fiel die Torausbeute der SG AmmerGäu am Ende minimal geringer aus, doch auch das zweite Duell entschieden sie völlig ungefährdet für sich. Der Turniersieg – wenn auch in einem unfreiwillig dezimierten Feld – war somit in trockenen Tüchern und der „Pokal“ blieb souverän „dahoim“.
Ein ausdrückliches Lob und großer Dank gebühren an dieser Stelle der SG Dornstetten, die den Weg auf den Kirchberg auf sich nahm und großen Sportsgeist bewies. Ohne dieses Engagement der Gäste hätte es an diesem Hitzetag keine Spiele gegeben.
Für die SG AmmerGäu glühten auf dem Platz: Lovis, Rosalie, Amira, Hannah T., Antonia, Greta, Merle, Leonie und Nora.



