Am vergangenen Samstagvormittag stand für unsere weibliche D-Jugend das Auswärtsspiel beim VfL Nagold auf dem Spielplan.
Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt wartete in der Nagolder Bächlenhalle ein echter Prüfstein. Am Ende musste man sich gegen einen individuell starken Gastgeber zwar mit 24:11 (12:5) geschlagen geben, zeigte phasenweise jedoch eine bemerkenswerte Moral.
Aber der Reihe nach: Pünktlich um 11:15 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie an, und die Anfangsminuten gehörten klar den Gastgeberinnen. Unsere Mädels wirkten in der Abwehr noch etwas schläfrig und taten sich gegen das druckvolle Angriffsspiel der Nagolderinnen schwer, sodass man nach gut sechs Spielminuten schnell mit 3:0 im Hintertreffen lag.
Doch wer dachte, die Köpfe würden nun nach unten gehen, sah sich getäuscht. Die AmmerGäu-Mädels schüttelten den Fehlstart ab und starteten eine starke Aufholjagd: Erst fiel per sicher verwandeltem Strafwurf der erlösende erste Treffer, kurz darauf gelang direkt das 3:2. Beflügelt vom Anschluss legte das Team noch eine Schippe drauf. Mit schnellen Ballgewinnen und energischen Durchbrüchen belohnten sich unsere Mädels selbst und glichen in der 13. Spielminute unter großem Jubel zum 4:4 aus. Die gegnerische Bank sah sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen und die erste Auszeit zu nehmen.
Leider erwies sich diese Unterbrechung als Knackpunkt der ersten Halbzeit. Der VfL stellte sich neu ein und fand über seine wurfstarken Schlüsselspielerinnen immer wieder Lücken in unserer Deckung. Auch eine gegnerische Zeitstrafe und die damit verbundene Überzahl konnten unsere Mädels nicht für sich nutzen – stattdessen schlichen sich im Angriffsaufbau Ballverluste ein, die Nagold mit schnellen Kontern eiskalt bestrafte. Erschwerend kam hinzu, dass die robuste Spielweise der Gastgeberinnen durch eine mitunter nachlässige Regelauslegung begünstigt wurde, was unserer jungen Truppe in den Zweikämpfen sichtlich Respekt einflößte. Trotz einer Auszeit unserer Trainerbank riss der Spielfluss vorübergehend ab, sodass die Heimmannschaft mit einem 8:0-Lauf davonzog, ehe kurz vor dem Pausenpfiff noch auf den 12:5-Halbzeitstand verkürzt werden konnte.
Nach dem Seitenwechsel nahm sich das Team vor, die Laufbereitschaft wieder hochzufahren und den körperbetonten Aktionen mutiger zu begegnen. Das gelang über weite Strecken der zweiten Halbzeit auch deutlich besser: Bis zur 33. Minute hielten unsere Mädels tapfer dagegen. Im Angriff wurde nun wieder entschlossener in die Nahtstellen gestoßen und Verantwortung übernommen, sodass der Rückstand beim Zwischenstand von 18:10 zumindest stabil gehalten werden konnte.
In den letzten Spielminuten schwanden gegen die körperlich überlegene Heimmannschaft nach den vielen kräftezehrenden Duellen dann jedoch spürbar die Kräfte und die Konzentration. Nagold nutzte jeden Fehlwurf konsequent aus, um das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. Auch wenn kurz vor dem Schlusspfiff noch ein weiterer schöner Treffer gelang, fiel das Endergebnis mit 24:11 am Ende etwas zu deutlich aus.
Auch wenn die Punkte in Nagold blieben, nimmt die Mannschaft wichtige Erkenntnisse mit: Die starke Phase bis zum 4:4 hat eindrucksvoll bewiesen, welches Potenzial in der Truppe steckt, wenn mutig nach vorne gespielt und konsequent im Verbund verteidigt wird.
Für die SG AmmerGäu spielten:
Lovis Hahn, Frida Wüstenhöfer, Finja Herwanger, Amira Greschner, Merle Weik, Antonia Luz, Greta Ott, Liara Toth, Leonie Daiminger, Rosalie Pfretzschner, Hannah Tomaschko, Elli Ziesemer, Nora Feihl, Isabelle Knecht



